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Dienstag 13. März 2018 | Von: Herrmann A.

VDI-Ehrung beim 21. Arbeitswissenschaftlichen Kolloquium in Wieselburg

Arbeitswissenschaften in der Milchviehhaltung: Ludwig-Wilhelm-Ries-Pries für Dissertation an Dr. Marianne Cockburn

Am 13. März 2018 wurde Frau Dr. sc. agr. Marianne Cockburn im Anschluss an den ersten Tag des 21. Arbeitswissenschaftlichen Kolloquiums in Wieselburg mit dem Ludwig-Wilhelm-Ries-Preis des VDI geehrt. Mit dem Preis werden in der Regel Verfasserinnen oder Verfasser von herausragenden Dissertationen, Diplom- oder Masterarbeiten auf dem Gebiet der Arbeitswissenschaften im Landbau ausgezeichnet.

 

Frau Cockburn erhielt den Preis für ihre Dissertation "Making Milking Easier – Reducing Physical Strain of Parlor Workers During Milking Cluster Attachment" (Einfacher Melken - Reduzierung der physischen Arbeitsbelastung von Melkern beim Ansetzen des Melkzeugs). Die Dissertation reichte Frau Cockburn
bereits 2016 an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim ein. „Trotz vieler technischer Verbesserungen im Melkstand ist Melken auch im modernen Stall mit einer Vielzahl von Belastungen verbunden“, so Prof. Dr. Matthias Schick, der die Erstellung der Arbeit von Seiten des Schweizer Kompetenzzentrums für landwirtschaftliche Forschung, Agroscope, als Doktorvater begleitete. "In ihrer Dissertation analysierte Frau Cockburn die Arbeitsbelastung des Melkpersonals und unterbreitete wissenschaftlich begründete Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen."

 

Bei Melkerinnen und Melkern sind die Schultern, Handgelenke und der untere Rücken oft von Beschwerden betroffen. Das Ansetzen des Melkzeugs ist beim Melken die anstrengendste Tätigkeit. Mit Hilfe von Modellschätzungen wurden Arbeitshöhekoeffizienten bestimmt, durch die die Beugewinkel der Gelenke verbessert werden konnten. Diese Arbeitshöhekoeffizienten wurden spezifisch für die einzelnen Melkstandtypen berechnet und konnten in der neu entwickelten "Milking Health Formel" eingesetzt werden, um die ideale Melkgrubentiefe in Abhängigkeit der Körpergröße der melkenden Person, des Melkstandtyps und der Euterhöhe zu berechnen. Mit ihrer exakten wissenschaftlichen Vorgehensweise konnte Frau Cockburn die Belastungen quantifizieren und Vorschläge für Belastungsreduktion ableiten. 

 

Gegenwärtig ist Frau Cockburn als stellvertretende Forschungsgruppenleiterin der Gruppe Digitale Produktion am Agroscope in Tänikon (Schweiz) tätig.
Download der Dissertation unter:  http://opus.uni-hohenheim.de/frontdoor.php?source_opus=1391&la=de

Ludwig-Wilhelm-Ries-Preis 2018: Assoc. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Elisabeth Quendler MSc, Vorsitzende des VDI-Fachausschusses Arbeitswissenschaften im Landbau, Preisträgerin Dr. Marianne Cockburn und Forschungsgruppenleiterin Dr. Christina Umstätter (v.l.n.r., Foto: VDI)