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Freitag 08. März 2019 | Von: Sebatian Stumpf (3LT)

Interkultureller Schüleraustausch "Balkanfieber"

Am Montag, dem 25. Februar, war es soweit: Die serbischen Schüler, die wir im vergangenen Herbst in ihrer Schule in Zemun besucht hatten, kamen nun auch zu uns nach Wieselburg.


Nachdem sie am Montag und Dienstag mit ihren Lehrerinnen Wien und die Wachau besichtigt hatten, kam es am Dienstagabend zur ersten gemeinsamen Veranstaltung, der Lesung des Autors und Sozialpädagogen Dietmar Gnedt aus seinem Buch "Balkanfieber" in der Tischlerei in Melk. Die Lesung wurde von zwei talentierten serbischen Musikern begleitet, was uns atmosphärisch wieder nach Serbien entführte.


Am Mittwoch wurde es dann ernst für uns. Begonnen hat der Tag mit Führungen in Kleingruppen. Wir zeigten unseren Gästen das gesamte Areal des Francisco Josephinum: von den Klassenzimmern über die Chemie-Säle und die Werkstatt bis hin zum Internat und zum Freizeitclub. Im Freizeitclub fanden dann im Anschluss auch diverse Präsentationen statt. Danach ging es ins G‘wölb im Schloss, wo wir einen länderübergreifenden „Speed-Dialog“ durchführten, d.h. anhand verschiedener Fragen an die Serben und umgekehrt versuchten, ins Gespräch zu kommen. Die Fragen bezogen sich auf Freizeitaktivitäten, Hobbys, die Schule, die Lehrer usw. Im Anschluss freute sich jeder über das Mittagessen im Internat.


Nach der Stärkung ging es wieder ins G‘wölb, wo wir den serbischen Schülerinnen und Schülern brisante und sehr persönliche Fragen über den Krieg und die diesbezüglichen Erzählungen ihrer Eltern und Verwandten stellten. Die Ergebnisse dieser Fragen wurden dann von den Schriftführern der jeweiligen Gruppen im Festsaal vorgetragen.


Auf die geschichtlichen Themen folgte nun unser Lieblingsthema: die Technik.
Wir besichtigten das FTZ und anschließend die BVW und machten für und mit unseren Gästen Testfahrten mit den Traktoren.


Am Abend fand die Schlussveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Wieselburg statt. Nach einer Projektpräsentation durch Elisabeth Sieder und Georg Rath sprach der ehemalige Botschafter Österreichs in Serbien und Hoher Repräsentant der UNO für Bosnien-Herzegowina, Dr. Wolfgang Petritsch. Kernbotschaft seiner Rede war ein Friedensappell an das junge Publikum, ein Aufruf zu Toleranz und Mäßigung in der Sprache, denn jeder Krieg beginne mit einem Krieg der Worte. 


Zum Schluss gab es dann noch eine kleine Stärkung mit österreichischen und serbischen Spezialitäten, die die Schüler am Nachmittag vorbereitet hatten.


Alles in allem waren es wieder schöne Tage mit den Serben und ein sehr gelungenes Projekt unter der Leitung unseres Jahrgangsvorstandes Mag. Johannes Thier und Dietmar Gnedts.


Der Aktionstag wurde auch vom ORF begleitet, der in der Sendung „Heimat, fremde Heimat“ einen Beitrag über das Projekt ausstrahlen wird.