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Donnerstag 09. Januar 2020 | Von: Anna Meister (3LM)

Vortrag „LAND schafft LEBEN“

„Österreichischen Lebensmitteln auf der Spur“Ein Vortrag von Hannes Royer am 12.Dezember 2019 im Festsaal-Schloss.

Eingeladen waren alle fünften Jahrgänge der Landwirtschaftsklassen und der 3.-5. Jahrgang der Abteilung Lebensmitteltechnologie.


Mit seiner Einführung thematisierte HR DI Alois Rosenberger schon einige wichtige österreichische Lebensmittelfragen sowie Herausforderungen in der Landwirtschaft, welche uns in dem darauffolgenden Vortrag weiterhin begleitet haben.


„Ma muas persönlich überzeugt sein wos ma duard“



Mit einleitenden Worten über seine Familie, Einstellung sowie seinen kälberzüchtenden Betrieb hat er seinen Fokus auf die kritische Betrachtung von Handel, Konsum und Herstellung der Lebensmittel begründet. Ohne bewusst dahinter stehenden Handeln hat man heutzutage in Österreich als Landwirt kaum eine Zukunft. Bei den Weltcup Schirennen 2011 hatte er aufgrund des Wunsches der Gäste, mehr regionale Produkte erwerben zu können, einen Businessplan für einen Direktvermarktungsladen in Schladming erstellt. Da jedoch keiner bereit für die Umsetzung war, hat sein Bewusstseinswechsel so richtig Fahrt aufgenommen und er gründete die Marke Heimatgold. Mit seiner großen Überzeugung regionale, preiswerte Produkte zu vermarkten, eröffnete er 2012 sein erstes Geschäft, welches von rund 100 Bauern im nahen Umkreis beliefert wird.


„Geiz is Geil“


Ernüchternd hat Herr Royer festgestellt, dass immer das Billigste gekauft wird und Lebensmittel wertlos geworden sind. Es ist den Kunden meistens egal woher ihre Produkte kommen oder wie sie hergestellt werden. Durch ihr NICHT Wissen kann den Kaufenden kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie keine ausreichenden Informationen über ihre Lebensmittel erhalten. Daraufhin hat er beschlossen, sich über den Billigkonsum genauer zu erkundigen und ist eigenhändig mit Großkonzernen in Kontakt getreten.


„Wenn ma wos ned zeigen dearf, muas ma des ändern“


Nach mehreren Meetings konnte er zusammenfassend berichten, dass die ganze österreichische Landwirtschaft nicht nur unter Grenzkosten produzieren muss, sondern ein richtiger Handelskrieg herrscht. Umsatzverluste treten in kürzester Zeit auf, wenn es keine Aktionen gibt. Tätigen Konzerne keinen Zukauf von billigeren Lebensmitteln aus Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien, sind die Lebensmittel für den Konsumenten nicht billig genug. Wer kann da schon auf Qualität setzen?


„Ma braucht ned nur den Kopf, sondern imma a des Herz dazu“


Schlussendlich schaffte Hannes Royer eine Vereinsgründung mit dem Ziel, das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln zu steigern. Unterstützt wird der Verein mit einem Budget unter anderem durch Rewe, Hofer und Lidl. Die großen Ziele sind, durch Medien die Kunden besser über Lebensmittel zu informieren und aufzuklären, damit sie beim Kauf ein besseres Bewusstsein entwickeln können. „Wir zeigen den Konsumenten transparent und ohne zu werten, wie in Österreich Lebensmittel produziert werden, wie die Produktion vor Ort beim Bauern erfolgt, wie die Verarbeitung funktioniert und wie das fertige Produkt schließlich im Lebensmittelhandel landet.“


Derzeit arbeitet der Verein unter anderem daran, dass auch in der Gastronomie eine Herkunftskennzeichnung erfolgen muss. Er fordert Konsumenten auch auf, gezielt nachzufragen, woher die Zutaten der Speisen kommen.
Der Verein hat nach einer Pressekonferenz mit dem ORF, der Presse und dem Kurier sich als Ziel gesetzt, dass sich nicht nur die Konsumenten sondern auch die Journalisten die detaillierten Informationen von der Homepage des Vereins holen können.

> Nähere Informationen des Vereines über die Homepage